Der richtige Nebenjob – Keine Nebensache!

© fovito - fotolia.com

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Wer sein Budget aufbessern will, hat heutzutage gute Chancen – im Minijobbereich stehen mehr Türen offen als jemals zuvor. Spannende Beschäftigungen warten darauf, in Angriff genommen zu werden. Doch vorher sollten unbedingt einige Fakten geklärt werden.

Was einen Nebenjob auszeichnet

Er kann viele Formen annehmen, jedoch trifft man meistens auf so genannte “Minijobs”. Wichtig ist, dass der Nebenjob nicht hauptberuflich ausgeführt wird und bestimmte Grenzen eingehalten werden. Diese können sowohl zeitlicher Art sein als auch das Gehalt betreffen. Wenn es sich um keinen Minijob mehr handelt, spricht man von Teilzeitjobs oder so genannten “Midijobs”.

In einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis – was dem Minijob entspricht – darf der monatliche Verdienst maximal 450 Euro betragen, bevor der Nebenjob sozialversicherungspflichtig wird. Hinsichtlich der Wochenarbeitszeit und des Stundenlohns gibt es keine gesetzlichen Vorgaben mehr. Es kann sich also auch bei einem Halbtagsjob um eine geringfügige Beschäftigung handeln.

Der Minijob kann auch in Form kurzfristiger Beschäftigungen oder Saisonbeschäftigungen eingegangen werden, zum Beispiel als Ferienjob. Die Dauer des Arbeitsverhältnisses darf dabei zwei Monate (bei einer 5-Tage-Woche) oder 50 Arbeitstage (in Aushilfsjobs) im Jahr nicht überschreiten.

Jeder darf im Prinzip einen Nebenjob ausüben. Ob Student, Wiedereinsteiger, Rentner oder Vollzeitbeschäftigter – wichtig ist die Beachtung der Verdienstgrenze.

Grundsätzlich können mehrere Minijobs gleichzeitig ausgeführt werden. Wird dabei jedoch die Summe der Basis der Minijobs (also 450 Euro) überschritten, müssen auf alle Einkünfte Sozialversicherungen gezahlt werden. Kombinierbar sind jedoch ein Minijob und eine kurzfristige Beschäftigung.

Gehalt und Steuern beim Nebenverdienst

Wird die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten, fallen Sozialabgaben an. Der Bruttoverdienst entspricht also nicht mehr dem Nettoverdienst. Dabei müssen nicht sofort die vollen Abgaben entrichtet werden, die Beiträge staffeln sich in der Gleitzone bis zu einem Gehalt von 850 Euro.

Durch eine Sonderzahlung wie Weihnachtsgeld kann der Status eines Minijobs gefährdet sein – vor allem, wenn sie vorab fest vereinbart wurde. Steigt der monatliche Durchschnittsverdienst durch diese Zahlung auf über 450 Euro, wird die Beschäftigung für die gesamte Dauer sozialversicherungspflichtig.

Der Nebenjob wird vom Arbeitgeber angemeldet. Studenten sollten jedoch beachten, dass beim BAföG-Bezug der Nebenverdienst gemeldet werden muss, wobei es einen jährlichen Freibetrag von 5200 Euro gibt. Ebenso muss jeder Arbeitgeber über alle Nebenverdienste informiert werden, da sich der Beschäftigungsstatus ändern kann.

Die geringfügige Beschäftigung ist beitragsfrei, was die Krankenversicherung sowie die Sozialversicherung angeht, jedoch nicht in Bezug auf den Rentenbeitrag. Ein Minijobber kann allerdings auch hier die Freistellung beantragen. Die Anrechnung der Beiträge lohnt sich jedoch unter Umständen, besonders in Bezug auf die Wartezeiten für die spätere Rente.

Beim Minijob wird die Lohnsteuer entweder pauschal mit 2 % abgerechnet oder individuell über die Lohnsteuerkarte. Im ersten Fall entrichtet der Arbeitgeber den Beitrag, kann diesen aber vom Arbeitnehmer zurückfordern. Im zweiten Fall zahlt der Arbeitnehmer die Lohnsteuer und bekommt den Freibetrag von 7.664 Euro für Alleinstehende oder 15.328 Euro für Verheiratete am Jahresende zurück.

Neben den wohlbekannten Minijobs im gewerblichen Bereich erfreuen sich seit einiger Zeit diejenigen im Privathaushalt immer größerer Beliebtheit. Über das so genannte Haushaltsscheckverfahren melden Privatpersonen die Arbeitnehmer bei der Minijobzentrale an. Das Gesetz schreibt genau vor, welche Dienstleistungen in den Bereich dieser Minijobs fallen:

  • Wohnungsreinigung
  • Zubereitung von Mahlzeiten
  • Gartenpflege
  • Betreuung, Pflege und Versorgung von Kindern, Kranken, älteren Menschen und anderen pflegebedürftigen Personen

Die Jobsuche und der Vertrag

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, eine geeignete Nebenbeschäftigung zu finden. Hierbei empfehlen sich Studenten-Jobbörsen oder Job-Portale. Auch über die Arbeitsagentur kann gesucht werden. Vielleicht gibt es sogar Bekannte, die einen Job im Privathaushalt anbieten? Im gewerblichen Bereich sind Aushilfen in den folgenden Branchen besonders gefragt:

© Jeanette Dietl - fotolia.com

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  • Einzelhandel
  • Gastronomie
  • Zeitungsverlage
  • Gebäudereinigung
  • Gesundheitswesen

Ein Nebenverdienst bedeutet heutzutage vielfältige Möglichkeiten, so dass oft auch von zuhause aus gearbeitet werden kann. Bei diesen Jobs werden zum Beispiel Online-Games getestet oder Umfragen durchgeführt.

Einen seriösen Nebenjobanbieter erkennt man daran, dass er den Nebenjob offiziell anmeldet. Er fragt also mindestens nach Personalien, der Krankenkasse und der Lohnsteuerkarte.

Obwohl ein Arbeitsvertrag auch mündlich geschlossen werden darf, sollten innerhalb eines Monats die grundsätzlichen Arbeitsbedingungen schriftlich festgehalten sein. Rechtlich sind Minijobber den Teil- und Vollzeitarbeitskräften gleichgestellt. So haben sie Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutz und Elternzeit. Ebenfalls dürfen sich Nebenverdiener einer Gewerkschaft anschließen und eine betriebliche Interessenvertretung wählen. Bei einer Tätigkeit im Privathaushalt gilt der Haushaltsscheck als Arbeitsvertrag.

Für Nebenjobber gelten die regulären Kündigungsfristen. Innerhalb von 4 Wochen dürfen beide Seiten zum 15. oder Ende eines Monats das Arbeitsverhältnis auflösen. Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängern sich die Fristen. Kündigungsschutz besteht vor sozial ungerechtfertigten Kündigungen, wenn jemand mehr als 6 Monate zu einem Betrieb gehört und im Unternehmen mehr als 10 Vollzeitkräfte beschäftigt sind. Teilzeitkräfte werden hierbei anteilig berücksichtigt.

Die Vollzeitbeschäftigung und der Nebenjob

Grundsätzlich darf ein Nebenjob vom Hauptarbeitgeber nicht verboten werden, aber in bestimmten Fällen ist ein Nebenverdienst ausgeschlossen (zum Beispiel bei direkter Konkurrenz). Der zuerst angenommene Nebenjob bleibt bei Mitarbeitern mit einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung abgabefrei. Die Gleitzonenregelung über der 450-Euro-Grenze gilt in diesem Fall jedoch nicht.

Bei einer Krankschreibung in der Vollzeitstelle kann unter gewissen Umständen im Nebenjob weitergearbeitet werden. Grundsätzlich ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kein Beschäftigungsverbot. Sofern der Nebenjob die Genesung nicht behindert, ist dies also theoretisch möglich. Um die Vollzeitstelle nicht zu gefährden, sollte in jedem Fall das Vorgehen mit dem Hauptarbeitgeber abgestimmt werden.

Auch im Urlaub darf unter Umständen ein Nebenjob ausgeführt werden. Das Bundesurlaubsgesetz regelt diesen Fall nicht explizit – grundsätzlich ist Urlaub aber zur Erholung da. Wichtig: Die gesetzlichen Maximalarbeitszeiten dürfen nicht überschritten werden.

Auch in einem Nebenjob gilt die Unfallversicherung. Wer also beim Minijob einen Arbeits- oder Wegeunfall erleidet, ist durch die zuständige Berufsgenossenschaft abgesichert. Dies gilt auch für Beschäftigungen in Privathaushalten, wo der Arbeitgeber eine Unfallversicherung abschließen muss.