Führerscheinklassen

© bluedesign - fotolia.com

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Neue Führerscheinklassen – Der neue Führerschein Klasse B

Seit dem 19. Januar 2013 gelten neue Richtlinien bezüglich des Führerscheins. Diese sind unter anderem deshalb angestrebt worden, damit die Regelungen in der Europäischen Union vereinheitlicht werden. Einige Führerscheinklassen sind verändert worden, andere sogar ganz abgeschafft oder neu hinzugekommen. Besonders für Motorradfahrer gibt es einige Änderungen. Für „normale“ Autofahrer mit der Führerscheinklasse B sind nur wenige Anpassungen vorgenommen worden. Doch auch diese sollten beachtet werden.

Eine Neuregelung: Die Befristung des Führerscheins

Neben den Änderungen in den einzelnen Führerscheinklassen gibt es auch eine wichtige allgemeine Neuregelung: Der Führerschein ist seit Inkrafttreten der neuen Richtlinie nicht mehr unbefristet gültig, sondern muss nach 15 Jahren ausgetauscht werden. Auch Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, müssen binnen 20 Jahren (bis Januar 2033) ausgetauscht werden.

Der Grund dafür ist unter anderem, dass der Führerschein regelmäßig auf einen neuen Stand gebracht werden soll, was beispielsweise das Bild betrifft. Das Dokument soll dadurch auch fälschungssicherer werden. Der Austausch des Führerscheins ist aber lediglich ein Verwaltungs-Aufwand für die Inhaber. Bei dem Umtausch muss keine medizinische Untersuchung und auch keine erneute Führerscheinprüfung absolviert werden.

Änderungen beim Führerschein Klasse A

Relativ viele Änderungen gibt es in den Führerscheinklassen A – also bei denen für Motorradfahrer. So gibt es zum Beispiel nun eine neu eingeführte Klasse AM, die Kleinkrafträder mit bis zu 50 ccm Hubraum umfasst. Vorher waren diese in den Führerscheinklassen M oder S eingegliedert. Auch vierrädrige Fahrzeuge wie Trikes gehören nun der Klasse AM an. Diese konnte man vor den neuen Richtlinien mit einem normalen Autoführerschein der Klasse B fahren. Das ist sicherlich eine der größten Veränderungen bei den neuen Richtlinien.

Darüber hinaus wurden in der Klasse A1 Änderungen vorgenommen, die das Verhältnis von Gewicht und Leistung betreffen. Besonders beachten sollten alle Motorradfreunde Folgendes: Die beschränkte A-Klasse fällt weg und dafür gibt es eine neue Klasse A2. Ab sofort bekommt man mit Ablauf einer Frist von zwei Jahren keine Genehmigung für die Klasse A. Motorradfahrer müssen dafür nun eine eigene Prüfung ablegen.

Der neue Führerschein der Klasse B

Weniger weitreichende Veränderungen gibt es bei der gängigen Klasse B. Diese betreffen in erster Linie die Regelungen für Anhänger. Ein Überblick über die B-Klassen:

  • B gilt für Kraftfahrzeuge (bis zu 8 Sitze) mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3.500 Kilogramm und einem Anhänger von maximal 750 Kilogramm
  • B96 gilt darüber hinaus für Anhänger mit mehr als 750 Kilogramm Gewicht und einem Gesamtkombinations-Gewicht von bis zu 4.250 Kilogramm
  • BE gilt außerdem für Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 3.500 Kilogramm

Die Führerscheinklasse B mit der sogenannten Schlüsselzahl (hier 96) ist neu hinzugekommen. Für diesen Führerschein ist zwar keine Prüfung, jedoch eine Schulung notwendig. Die Zahlen bezüglich des zugelassenen Gewichts bei Anhängern haben sich im Vergleich zur vorherigen Regelung jedoch eigentlich nicht verändert. Seit Januar 2013 fällt aber eine etwas verwirrende Richtlinie bezüglich der Anhänger weg: Vorher durfte das Gewicht des Hängers nicht das Leergewicht des Fahrzeugs überschreiten. In diesem Fall wurde ein Führerschein der Klasse BE notwendig – dies ist nun nicht mehr notwendig.

Viele kleine Änderungen sind zu beachten

Die neuen Führerscheinklassen sind auf den ersten Blick etwas verwirrend. Viele neue Klassen sind hinzugekommen und andere sind weggefallen. Neben den Neuregelungen der Führerscheinklassen A und B gibt es zudem auch geänderte Richtlinien etwa bei den Klassen für Lastkraftwagen und Busse. Doch trotz der vielen kleinen Veränderungen haben sich im Grunde nur wenige entscheidende Dinge getan. Hierzu zählt zum Beispiel, dass der Führerschein nur noch befristet gültig ist.

Für alle, die bald die Führerscheinprüfung absolvieren möchten, sind jedoch auch kleine Änderungen von Bedeutung. Übrigens: Die neuen Regelungen betreffen auch die Inhaber von Führerscheinen, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Von den „positiven“ Änderungen profitieren diese ebenfalls, neu geschaffene Beschränkungen gelten für sie aber nicht. Das ist für alle Inhaber gültig, auch wenn der Führerschein bisher nicht ausgetauscht worden ist.