Privathaftpflicht

© lassedesignen - fotolia.com

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Privathaftpflicht: eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt

Obwohl die private Haftpflicht in Deutschland nicht zu den Pflichtversicherungen zählt, ist sie dennoch sehr wichtig. Durch sie sichert man sich gegen Schäden ab, die durch Fahrlässigkeit entstanden sind. Eine fehlende Privathaftpflichtversicherung kann mit etwas Pech zu deutlichen finanziellen Belastungen bis hin zur Insolvenz führen.

Wer braucht eine Privathaftpflichtversicherung?

Obwohl der Name der Versicherung zunächst etwas anderes vermuten lässt, ist eine private Haftpflichtversicherung in Deutschland keineswegs Pflicht. Anders als etwa die Krankenversicherung oder die Kfz-Haftpflichtversicherung ist die private Haftpflicht freiwillig. Sofern man nicht mehr über die Eltern mitversichert ist, sollte man sich dennoch zügig um einen eigenen Privathaftpflichtschutz bemühen.

Gerade für Studenten, Auszubildende und Berufsanfänger ist das Thema von großer Bedeutung. Studenten und Auszubildende, die noch bei ihren Eltern wohnen, sind in der Regel bis zum 27. Lebensjahr über diese mitversichert. Doch das ist an einige Bedingungen geknüpft:

  • Die Eltern müssen eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen haben.
  • Vor dem Studium darf man nicht berufstätig gewesen sein (Ausnahme Wehr- und Zivildienst sowie eine Lehre).
  • Es darf sich nicht um ein Zweitstudium handeln.
  • Der Wohnsitz muss bei den Eltern sein.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich Studenten und Auszubildende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, sowie Berufsanfänger um einen eigenen Versicherungsschutz kümmern sollten. (1) und (4)

Das beinhaltet die private Haftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt die finanziellen Folgen von Schäden, die aus Fahrlässigkeit (oder aus grober Fahrlässigkeit) heraus und im privaten Bereich entstanden sind. Vorsätzlich verursachte Schäden oder Schäden, die beispielsweise am Arbeitsplatz entstehen, zählen nicht dazu.

Der Versicherungsschutz greift sowohl bei Personenschäden als auch bei Sachschäden. Gerade die Kosten von Personenschäden und Sachschäden im Straßenverkehr können zum Beispiel durch Verletzungen, Verdienstausfällen, Baumaßnahmen etc. schnell sehr hoch ausfallen.

Daneben deckt eine private Haftpflicht bis zu einem gewissen Grad auch sogenannte Vermögensschäden (etwa bei entgangenen Gewinnen) und Mietsachschäden ab. Kinder sind immer durch die eigene Haftpflichtversicherung abgesichert, Tiere hingegen nur manchmal – so sind Katzen zum Beispiel versichert, Hunde hingegen ohne zusätzlichen Schutz nicht. (2) und (3)

Darum ist eine private Haftpflichtversicherung richtig und wichtig

Für viele Berufsanfänger, Studenten und auch Auszubildende ist das Thema Versicherung eher abschreckend und langweilig. Es existieren unzählige Versicherungen, und viele davon sind durchaus nicht notwendig und besonders Studenten müssen in aller Regel sparsam sein. Mit einem fehlenden Privathaftpflichtschutz wird jedoch am falschen Ende gespart – zumal die Policen nicht sehr teuer sind.

Ein Beispiel: Ein Student ist in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs. Durch eine Unachtsamkeit übersieht er eine Frau, die sich bei dem folgenden Sturz das Handgelenk bricht. Die Kosten für die Behandlung der Verletzung wie auch die Folgekosten (etwa ein Verdienstausfall) werden nun von der privaten Haftpflichtversicherung des Studenten übernommen. Aber auch andere, wesentlich drastischere, Fälle sind keinesfalls unmöglich. So übersteigt die Summe bei Personen- und Sachschäden nicht selten auch einen sechsstelligen Euro-Betrag, diese Summe würde für viele den finanziellen Ruin bedeuten.

Somit ist diese Versicherung für jeden ratsam. Die Kosten für eine private Haftpflicht sind gerade im Vergleich zu anderen Versicherungen überschaubar. Eine Single-Versicherung mit sehr guten Leistungen bekommt man bereits für etwa 40 bis 50 Euro pro Jahr. Neben dem Preis sollte man als Versicherungsnehmer jedoch genau auf die angebotenen Leistungen achten. (4)

Darauf sollte man bei einer privaten Haftpflichtversicherung achten

Wie bei Versicherungen üblich, unterscheiden sich auch bei der privaten Haftpflicht die Angebote sehr deutlich. Zwar springt diese immer ein, wenn es um die Kosten von selbstverursachten Personen- oder Sachschäden geht, die Höchstsumme (die sogenannte Deckungssumme) sowie spezielle Zusatzleistungen können jedoch stark variieren.

Bei der Deckungssumme ist ein Mindestbetrag von 5 Millionen Euro empfehlenswert, um sich auch gegen besonders schwerwiegende Fälle abzusichern. Zu den Zusatzleistungen zählt zum Beispiel die sogenannte Ausfalldeckung. Diese tritt dann ein, wenn man selber einen Schaden erleidet, die verursachende Person aber keinen Versicherungsschutz hat – die eigene Haftpflicht übernimmt in diesem Fall die Kosten.

Eine weitere Leistung ist der Gefälligkeitsschaden: Dabei springt die private Haftpflicht auch dann ein, wenn eigentlich kein Versicherungsschutz besteht, weil man einer Person unentgeltlich hilft – etwa bei dem Umzug eines Freundes. Zudem kann man sich auch gegen den Verlust von eigenen und fremden Schlüsseln absichern.

Ob man sich als Versicherungsnehmer für Zusatzleistungen wie die genannte Ausfalldeckung, Gefälligkeitsschäden oder Schlüsselschäden – es existieren noch viele weitere mögliche Leistungen – entscheidet, bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Die Kostenunterschiede für die Versicherung sind jedoch so gering, dass sich eine hohe Deckungssumme ebenso wie einige Zusatzleistungen auszahlen können. (2) und (3)

Nicht auf eine Privathaftpflichtversicherung verzichten

Auch als sparsamer Student oder geringverdienender Auszubildender sollte man keinesfalls auf eine Privathaftpflichtversicherung verzichten. Die wichtigsten Fakten dazu im Überblick:

  • Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt zum Beispiel bei fahrlässigem Handeln die Kosten von Personen- und Sachschäden.
  • Die Kosten für eine entsprechende Versicherung sind überschaubar und müssen 50 Euro pro Jahr nicht übersteigen.
  • Die Deckungssumme sollte dabei nicht zu niedrig gewählt werden und mindestens 5 Millionen Euro betragen.
  • Zusatzleistungen sind möglich und in aller Regel auch gegen einen geringen Aufpreis zu haben.

Wenn der Auszug aus dem elterlichen zu Hause ansteht und man für ein Studium ein eigenes Leben „beginnt“, ist der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung ein wichtiger Schritt. Sie kann den finanziellen Ruin verhindern und dem Alltag mehr Sicherheit verleihen. Dabei sind die Kosten für diese Versicherung in aller Regel auch für Geringverdiener und Studenten tragbar.