Augen auf bei der Wohnungssuche – eine Checkliste für die Wohnungsbesichtigung

© Kzenon - fotolia.com

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Die Suche nach einer passenden Wohnung gestaltet sich oftmals schwierig – mal ist die Wohnung zu klein, mal die Miete zu hoch. Ist dann endlich eine Wohnung gefunden, steht die Wohnungsbesichtigung an. Hier muss sich zeigen, ob die Wohnung auch das hält, was die Anzeige versprochen hat. Der folgende Text enthält Tipps und Hinweise worauf man bei der Besichtigung achten sollte.

Der erste Eindruck

Schon bevor man die Wohnung überhaupt betritt, sollte man sich einen ersten Eindruck verschaffen. Entspricht die Wohnlage den eigenen Vorstellungen? Wie sieht es mit Einkaufsmöglichkeiten und der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr aus? Gibt es Erholungsmöglichkeiten wie Parks oder einen Wald in der Nähe? Könnten Lärm- oder Geruchsbelästigungen das Leben in der Wohnung stören? Macht das Gebäude einen gepflegten Eindruck? All das sind wichtige Fragen, die helfen können, sich einen ersten Eindruck von der Lage der Wohnung zu verschaffen – und die, falls die Antworten negativ ausfallen, durchaus dazu führen können, dass die Wohnung ausscheidet. Natürlich sollte man in einem solchen Fall aber nicht einfach wieder gehen; die Höflichkeit gebietet es, dass man den Besichtigungstermin wahrnimmt.

Die wichtigsten Punkte bei der Wohnlage noch einmal zusammengefasst:

  • Liegt die Wohnung in einer ruhigen Gegend?
  • Sind Einkaufsmöglichkeiten vorhanden?
  • Wie ist die Verkehrsanbindung?
  • Gibt es Erholungsgebiete?
  • Wie ist der Zustand des Wohnhauses?

Die Wohnung selbst

Ist man mit der Lage zufrieden, kann es mit der eigentliche Wohnungsbesichtigung losgehen. Man sollte nun damit beginnen, die Daten aus der Anzeige mit der Wohnung abzugleichen – vor allem bei der Größe der Zimmer wird leider immer wieder etwas gemogelt. Da es allerdings wenig angebracht ist, sämtliche Zimmer mit dem Zollstock nachzumessen, sollte man auf einen Trick zurückgreifen: Mit ein paar Schritten lassen sich die Zimmer relativ unauffällig, aber trotzdem recht genau ausmessen. Vorher muss man natürlich die eigene Schrittlänge bestimmt haben.

Ebenfalls von Interesse sind die Sanitäreinrichtungen, die Heizung, die Fenster und die Elektrik. Der Vermieter beziehungsweise Makler sollte wissen, wann die Bauteile erneuert wurden und ob eventuelle Fehler bekannt sind. Vor allem bei Gasthermen sollte man darauf achten, dass es sich um neuere Modelle handelt, da diese deutlich effizienter arbeiten als ältere Thermen und somit helfen, Energiekosten zu sparen. Bei den Fenstern sollte man sich nur mit moderner Doppelverglasung zufriedengeben, alles andere führt im Winter zu immensen Heizkosten.

Die Sanitäreinrichtungen sollten gepflegt und vor allem frei von Schimmel sein. Gerade bei Bädern ohne Fenster setzt sich oft auch an der Decke oder in den Ecken des Raums Schimmel fest, hier sollte man daher besonders genau hinsehen. Die Elektrik ist vornehmlich bei Altbauten interessant – wurde sie nur einmalig und vor längerer Zeit erneuert, ist sie möglicherweise den hohen Belastungen nicht gewachsen, die durch Steckerleisten entstehen können.

Hat der Vermieter beziehungsweise Makler zu einem Thema die Informationen nicht parat, sollte man diese ein paar Tage später noch telefonisch einholen, um unangenehmen Überraschungen vorzubeugen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Wohnungsbesichtigung ist der Schnitt beziehungsweise die Raumaufteilung – will man beispielsweise eine WG gründen, sind Durchgangszimmer oder Zimmer mit sehr ungleichen Quadratmeterzahlen denkbar ungeeignet.

Ist eine Einbauküche vorhanden, sollte man klären, ob diese zur Wohnungseinrichtung gehört oder ob sie vom Vormieter für eine Abschlagszahlung übernommen werden kann. Auch ein Anschluss für die Waschmaschine ist wichtig – entweder im Bad oder in einem separaten Waschkeller. Hat man ein eigenes Auto, kann man zudem erfragen, ob ein Stellplatz zur Wohnung gehört.

Ebenfalls sehr wichtig – allerdings auch nur schwer zu beantworten – ist die Frage, ob man in die Hausgemeinschaft passt. Trotzdem sollte man mit dem Vermieter beziehungsweise Makler darüber sprechen, wer noch alles im Haus lebt, um einschätzen zu können, ob man sich mit den potentiellen Nachbarn verstehen wird oder nicht.

Hier sind noch einmal die wichtigsten Punkte bei der Wohnungsbesichtigung:

  • Haben die Zimmer die richtige Größe?
  • Passt die Raumaufteilung?
  • Wurden Heizung, Fenster und Elektrik gegebenenfalls modernisiert?
  • Sind die Sanitäreinrichtungen in Ordnung und frei von Schimmel?
  • Ist eine Einbauküche vorhanden? Wie hoch ist gegebenenfalls die Abschlagszahlung?
  • Ist ein Waschmaschinenanschluss vorhanden?
  • Gehört ein Stellplatz zur Wohnung?
  • Passt man in die Hausgemeinschaft?

Unterlagen für den Vermieter

Man sollte aber nicht nur mit Fragen bewaffnet zur Wohnungsbesichtigung erscheinen; eine Bewerbungsmappe mit Gehaltsnachweis, Schufa-Auskunft und Foto helfen dem Vermieter dabei, den Überblick zu behalten, außerdem zeigt man so, dass man in der Lage ist, die Miete für die Wohnung regelmäßig zu zahlen. Wozu die einzelnen Unterlagen dienen, erläutert die folgende Tabelle:

Gehaltsnachweis Wird meist für die letzten drei Monate verlangt. Die Nachweise belegen, dass man über ein regelmäßiges Einkommen verfügt.
Schufa-Auskunft oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung Diese Bescheinigungen belegen, dass man seinen Zahlungsverpflichtungen (insbesondere den Mietzahlungen) regelmäßig nachgekommen ist.
Foto mit Name und Telefonnummer Mit einem Bild fällt es leichter, einen Namen mit einer Person in Verbindung zu bringen, was dem Vermieter die Verwaltung vereinfacht.
Bürgschaft der Eltern (bei Studenten und Auszubildenden) Verfügt man über kein eigenes Einkommen, hat der Vermieter durch die Bürgschaft die Gewissheit, dass die Mietzahlungen regelmäßig eingehen werden.