Die Kosten der eigenen Wohnung

© apops - fotolia.com

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Miete, Essen, Möbel – was darf das Leben kosten?

Steht der Umzug in die erste eigene Wohnung an, ist es oft nicht einfach, eine passende Bleibe zu finden, die auch noch bezahlbar ist. Dabei werden zudem allzu oft die Neben- und Lebenshaltungskosten vergessen, sodass das Konto nach dem Umzug – gerade zum Monatsende hin – häufig ins Minus rutscht. Man sollte daher im Vorfeld abklären, welche Kosten monatlich tatsächlich anfallen, um die Obergrenze für die Miete realistisch einschätzen zu können.

Nebenkosten – die zweite Miete

Bei Immobilienangeboten wird normalerweise nur die Kaltmiete angegeben – die Kosten also, die für die Überlassung des Wohnraums entstehen. Da man aber natürlich auch in der Wohnung leben muss, kommen zur Kaltmiete noch weitere Kosten hinzu, die sogenannten Nebenkosten. Da die Höhe dieser Kosten auch von den persönlichen Lebensgewohnheiten abhängt, werden die Nebenkosten bei Immobilienangeboten oft nicht konkret aufgeführt, obwohl es für den Vermieter natürlich möglich wäre, anhand der Erfahrungen mit Vormietern einen ungefähren Richtwert anzugeben. Ist keine Zahl für die Nebenkosten genannt, sollte man bei einer Wohnungsbesichtigung unbedingt nach der Höhe der Nebenkosten fragen, denn gerade bei kleinen Wohnungen können sich die Mietkosten so durchaus noch einmal um bis zu ein Drittel erhöhen.

Was gehört zu den Nebenkosten?

Zu den Mietnebenkosten gehören fast alle laufenden Kosten, die durch das Bewohnen der Immobilie entstehen. Die beiden größten Punkte auf der Nebenkostenabrechnung sind in der Regel die Kosten für Warm- und Abwasser sowie die Heizung. Hinzu kommen noch Gebühren für die Müllabfuhr, Kosten für den Hausmeister, den Winterdienst und die Gartenpflege, Stromkosten für den Hausflur, Wartungs- und Betriebskosten für den Aufzug und viele Kleinigkeiten mehr. Oft machen die einzelnen Punkte nur wenige Euro aus, in der Summe können in kleineren Mehrfamilienhäusern selbst für einen Ein-Personen-Haushalt aber schnell 200 bis 250 Euro an Nebenkosten zusammenkommen – in der Regel liegen die Nebenkosten für die Miete bei einem Ein-Personen-Haushalt aber eher bei 100 bis 150 Euro. Wohnen mehrere Personen im Haushalt, steigen natürlich auch die Nebenkosten, anteilig fallen sie aber geringer aus, da bestimmte Kosten – etwa für den Hausmeister – immer gleich bleiben.

Eine wichtige Ausnahme gibt es bei den Nebenkosten: die Stromkosten. Diese werden nicht über den Vermieter abgerechnet, sondern direkt mit dem Stromanbieter, und zählen daher auch nicht zu den Nebenkosten. Hier kommen bei einem Ein-Personen-Haushalt noch einmal monatlich zwischen 25 und 50 Euro hinzu.

Die wichtigsten Nebenkosten noch einmal zusammengefasst:

  • Kosten für Warm- und Abwasser
  • Heizkosten
  • Gebühren für Müllabfuhr
  • Kosten für den Hausmeister
  • Kosten für Winterdienst, Gartenpflege und Treppenhausreinigung
  • Wartungs- und Betriebskosten für den Aufzug

Oft unterschätzt: die Erstkosten

Neben den monatlichen Kosten für die Miete kommen beim Einzug häufig noch sogenannte Erstkosten auf den Mieter zu. Hierbei handelt es sich um Kosten für Dinge, die zum Einzug angeschafft werden müssen, beispielsweise eine Einbauküche, ein Sofa, eine Waschmaschine oder auch ein neuer Schrank. Gerade bei jungen Leuten, die in die erste eigene Wohnung ziehen, fehlt oft noch eine Menge Mobiliar. Zwar kann man zu Anfang auch auf manches noch verzichten, ganz um Neuanschaffungen kommt man bei einem Umzug aber nur selten herum.

Immer häufiger bieten Vermieter auch an, dass man statt der Renovierung beim Auszug – wie früher üblich – die Wohnung beim Einzug renoviert. Das hat den Vorteil, dass man die Wohnung nach den eigenen Vorstellungen gestalten kann. Zwar übernimmt der Vermieter hier oft einen Teil der Kosten, für ausgefallene Sonderwünsche muss man aber selbst aufkommen.

Bei der Mietkaution handelt es sich nicht um Erstkosten im eigentlichen Sinne, trotzdem wird auch sie einmal zum Einzug fällig. Da bis zu drei Monatskaltmieten als Kaution verlangt werden können, bietet sich für junge Erstmieter in vielen Fällen eine sogenannte Kautionsversicherung an. Hier bürgt eine Bank oder Versicherung für die Kaution und zahlt diese gegebenenfalls auch an den Vermieter aus. Im Gegenzug zahlt der Mieter einen monatlichen Versicherungsbeitrag, der in der Regel etwa bei einem halben Prozent der Kautionssumme liegt. Bei einer Kaltmiete von 400 Euro müsste der Mieter also nicht auf einmal 1200 Euro für die Kaution hinterlegen, sondern würde monatlich rund sechs Euro Versicherungsbeitrag zahlen.

Nur Luft und Liebe reichen nicht – die Lebenshaltungskosten

Neben den monatlichen Kosten für die Wohnung fallen auch noch die Lebenshaltungskosten an. Hierzu zählen nicht nur die Kosten für die Verpflegung, sondern auch Versicherungsbeiträge, die Handyrechnung, Tank- und Betriebskosten für das Auto, Kosten für Haustiere und vieles mehr. Diese Kosten sind besonders schwierig einzuschätzen, da sie zum einen natürlich vom persönlichen Verbrauch abhängen, zum anderen aber auch oft „versteckt“ anfallen. Der tägliche Kaffee vor der Arbeit, die Brezel in der Mittagspause oder der kleine Snack beim Einkaufsbummel fallen einzeln natürlich nicht ins Gewicht – rechnet man alles zusammen, kommt monatlich aber schnell eine größere Summe zusammen, die man ausgibt, ohne es richtig wahrzunehmen.

Um die Lebenshaltungskosten wirklich realistisch einschätzen zu können, ist es hilfreich, wenn man einen Monat lang einmal genau über alle Ausgaben Buch führt. Kosten, die außer der Reihe aufgetreten sind, sollten bei der Endabrechnung natürlich nicht berücksichtigt werden.

Hier beispielhaft die Aufstellung der Kosten für einen Ein-Personen-Haushalt:

Kostenpunkt Kosten
Miete 350 Euro
Nebenkosten 100 Euro
Stromkosten 35 Euro
Kautionsversicherung 6 Euro
Verpflegung 400 Euro
Kosten für das Handy 25 Euro
Auto, einschließlich Versicherung und Steuer (Kleinwagen, 1000 km Fahrleistung monatlich) 150 Euro
Haftpflichtversicherung 5 Euro
Gesamt 1071 Euro

Wie man sieht, kommen selbst für einen relativ bescheidenen Ein-Personen-Haushalt monatlich schon beachtliche Kosten zusammen, daher ist es sehr wichtig, vor einem Umzug die Lebenshaltungskosten möglichst genau einschätzen zu können.