Die Hausratversicherung: sinnvolle Absicherung für wenig Geld

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Der Abschluss einer Hausratversicherung ist in aller Regel sinnvoll. Auch Studenten, Auszubildende und Berufsanfänger sollten sich mit der Thematik beschäftigen. Die Hausratversicherung sichert ab und kostet dabei häufig nicht viel. Spätestens wenn die erste eigene Wohnung bezogen und ein eigener Haushalt gegründet wird, sollten sich Studenten, Auszubildende oder Berufseinsteiger mit dem Abschluss einer Hausratversicherung befassen. Wer noch bei den Eltern wohnt, ist über diese mitversichert und muss keine eigene Hausratversicherung abschließen – für alle anderen ist der Schritt hingegen ratsam.

Welche Schäden deckt eine Hausratversicherung ab?

Eine Hausratversicherung schützt alle in der Wohnung befindlichen Gegenstände des Haushaltes. Dazu gehören zum Beispiel Möbel, Haushaltsgeräte und Kleidungsstücke, aber auch Elektronikgeräte und Lebensmittel. Die Versicherung greift grundsätzlich bei:

  • Feuerschäden (etwa durch Brand oder Blitzschlag)
  • Sturm- oder Hagelschäden
  • Leitungswasserschäden
  • Einbruchdiebstahl und Vandalismusschäden

In diesen Fällen übernimmt die Versicherungsgesellschaft in der Regel die Kosten für die Wiederbeschaffung (neuwertig), die Reparatur oder Ähnliches.

Für wen ist eine Hausratversicherung sinnvoll?

Die Hausratversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen und ist im Grunde für fast jeden sinnvoll. Eine Ausnahme besteht vielleicht bei Wohnungseinrichtungen, die sich auf sehr wenige und preisgünstige Möbelstücke beschränken. Wer in seiner Wohnung also lediglich ein Bett, ein Tisch, zwei Stühle und einen Schrank stehen hat, kann eventuell auf eine Hausratversicherung verzichten.

Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass selbst Studenten oder Auszubildende mit geringen Einkommen über Wertgegenstände verfügen, die es zu versichern lohnt. So gehören beispielsweise PC oder Laptop, Fernseher und Handy zur elektronischen Standardausrüstung eines jeden Haushaltes.

Wenn man mit seinem Partner in einer häuslichen Gemeinschaft lebt, reicht es, wenn einer von beiden über eine Hausratversicherung verfügt. Das gilt natürlich auch für Ehepartner und eigene Kinder. In einer Wohngemeinschaft ist es hingegen etwas komplizierter: Dabei ist in der Regel nur der Hauptmieter über seine Hausratversicherung geschützt. Untermieter, die nicht im Mietvertrag erwähnt werden, zählen nicht dazu. Bei einigen Versicherern kann man jedoch eine Sonderregel für Wohngemeinschaften vereinbaren und dadurch sämtliche Untermieter einschließen.

Nicht gegen alle Risiken ist man abgesichert

Nicht immer greift eine Hausratversicherung, in manchen Schadensfällen ist eine Leistung ausgeschlossen. So zum Beispiel im Fall von Diebstählen, bei denen sich der Täter keinen gewaltsamen Zugriff zur Wohnung verschafft hat.

Ein weiteres Beispiel: Wenn man die Fenster nicht richtig geschlossen hat und Regen eindringt, kann man als Versicherungsnehmer eher nicht auf Schadenszahlungen bauen. Ebenfalls nicht versichert sind sogenannte Elementarschäden wie beispielsweise durch Erdbeben oder Überflutungen (3). Unter Umständen kann man sich aber gegen diese und andere zusätzliche Leistungen mitversichern.

Verschiedene Zusatzleistungen sind möglich

Vor Abschluss der Hausratversicherung sollte man auf jeden Fall auf das „Kleingedruckte“ achten. Denn die Sonderbestimmungen und möglichen Zusatzleistungen entscheiden maßgeblich über die Qualität und den Preis der Versicherung. In einigen Verträgen werden bestimmte Umstände ausgeschlossen, sodass der Versicherer nicht in jedem Fall die Kosten übernehmen muss.

Darüber hinaus kann man als Kunde etliche Zusatzleistungen in Anspruch nehmen. Für junge Leute ist nicht selten ihr Fahrrad sehr wertvoll und gerade in Studentenstädten kommt es häufiger zu Diebstählen. Mit einer entsprechenden Zusatzklausel kann man sich gegen den Fahrrad-Diebstahl versichern, in der Regel im Wert von ein bis drei Prozent der Versicherungssumme (entscheidend dafür ist vor allem der Wert des Fahrrads). Weitere mögliche Zusatzleistungen sind unter anderem:

  • Sengschäden (etwa Feuerschäden entstanden durch Zigaretten)
  • Schäden durch grobe Fahrlässigkeit
  • Glasbruchschäden
  • Überspannungsschäden
  • Elementarschäden wie Überflutungen

Nicht alle Zusatzleistungen sind für jeden Versicherungsnehmer sinnvoll. Denn es sollte bedacht werden, dass sich durch zusätzliche Leistungen natürlich auch der Beitrag erhöht.

Hausratversicherung: Kosten und Versicherungssumme

Auch mit einigen Zusatzleistungen ist eine Hausratversicherung eigentlich für jeden erschwinglich. Die Kosten können jedoch stark variieren, sie hängen maßgeblich von der gewünschten Versicherungssumme (manchmal auch Deckungssumme genannt) ab. Wie hoch diese ausfallen soll, bleibt jedem Versicherungsnehmer selbst überlassen und verändert sich je nach Wert und Größe der Wohnung.

Für eine bestimmte Wohnfläche raten Versicherungsgesellschaften ihren Kunden auch eine bestimmte Versicherungssumme – diese muss man jedoch nicht einhalten. Für einen Single-Haushalt sind die Kosten entsprechend gering: Ohne viele Zusatzleistungen kann man eine Hausratversicherung für etwa 20-30 Euro im Jahr bekommen. Je nach Absicherungswünschen kann es aber auch noch günstiger oder auch deutlich teurer werden.

Oft ist es möglich, eine Selbstbeteiligung anzugeben. Dadurch wird der Tarif zwar nochmals günstiger, generell ist eine solche Selbstbeteiligung aber eher nicht empfehlenswert. Auch der Wohnort hat Einfluss auf die Beitragshöhe. So sind die Wohnorte in Deutschland entsprechenden Risikozonen zugeordnet, auf die man als Kunde allerdings keinen Einfluss hat.

Bei allem Spareifer sollte ein Versicherungsnehmer darauf achten, dass er nicht unterversichert ist. Dies wäre dann der Fall, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der eigentliche Wert des Hausrates. In einem Schadensfall wäre das nachteilig für Kunden, da der entstandene Schaden nur anteilig bezahlt wird. Einige Versicherer bieten mit dem sogenannten Unterversicherungsverzicht einen Deal an und zahlen auch dann die volle Summe, wenn man eigentlich unterversichert ist – Voraussetzung dafür ist häufig, dass Versicherungsnehmer eine fixe Deckungssumme pro Quadratmeter akzeptieren.

Generell sind Hausratversicherungen zu empfehlen

Hausratversicherungen können durch die verschiedenen Zusatzleistungen sehr unterschiedlich ausfallen und nicht zuletzt durch die Versicherungssumme auch stark im Preis variieren. Generell ist eine solche Versicherung jedoch empfehlenswert.

Auch für Berufseinsteiger, Studenten oder Auszubildende, die noch keinen besonders wertvollen Hausrat besitzen, kann sich der Abschluss lohnen. Eine Hausratversicherung ist in der Regel nicht sehr teuer und sichert dabei das Hab und Gut in einem Haushalt ab.