An- und Ummelden

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Mit Beginn der Ausbildung beziehungsweise des Studiums steht bei vielen jungen Menschen auch der Auszug aus dem Elternhaus an. Ob es dabei in eine WG eine Straße weiter geht oder in eine eigene Wohnung in einer anderen Stadt, ist für die Behörden unerheblich, denn um- beziehungsweise anmelden muss man sich in jedem Fall. Was es dabei zu beachten gilt, erklärt dieser Text.

An- oder ummelden – wo ist da der Unterschied?

Der Unterschied zwischen An- und Ummeldung ist schnell erklärt: Zieht man innerhalb einer Gemeinde um, muss man den Wohnsitz ummelden, zieht man dagegen in eine andere Gemeinde, ist eine Anmeldung erforderlich.

Warum muss man sich um- oder anmelden?

Die Meldung des neuen Wohnsitzes ist für die öffentliche Verwaltung sehr wichtig, denn nur so können offizielle Schreiben und Unterlagen, beispielsweise Wahlbenachrichtigungen oder Bußgeldbescheide, ordnungsgemäß zugestellt werden. Zudem ist es für die Verwaltung wichtig zu wissen, wie viele Personen in der Gemeinde wohnen, denn nur so ist eine vorausschauende und bürgergerechte Politik und Haushaltsführung möglich.

Wo und bis wann muss man sich um- oder anmelden?

Die Meldung hat jeweils beim für den neuen Wohnort zuständigen Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt zu erfolgen. In größeren Gemeinden ist eine Meldung in der Regel auch bei der Ortsverwaltung möglich. Eine Abmeldung am alten Wohnort ist seit einiger Zeit nicht mehr erforderlich, da die Kommunen die Meldedaten elektronisch austauschen.

Die Meldung des neuen Wohnsitzes muss innerhalb einer Woche nach dem Umzug erledigt werden, ansonsten droht ein Bußgeld. Zwar sind die meisten Verwaltungsbeamten bei der Wahrung der Frist recht nachsichtig und verhängen oft erst ein Bußgeld, wenn die Meldung mehr als eine Woche zu spät erfolgt – verlassen kann man sich darauf aber nicht. In der Regel liegt das Bußgeld allerdings auch nur bei zehn bis dreißig Euro, nur bei extremen Verspätungen werden die maximal möglichen 500 Euro fällig.

Welche Unterlagen benötigt man und was kostet die Meldung?

Um einen neuen Wohnsitz anzumelden, benötigt man neben einem gültigen Reisepass oder Personalausweis noch ein ausgefülltes Meldeformular – dieses stellen die meisten Gemeinden online zur Verfügung, sodass man es bequem zu Hause ausfüllen kann und dann nur noch mitbringen muss. In der Regel muss jede Person, die umzieht, ein eigenes Meldeformular ausfüllen. Nur bei Familien, bei denen die Familienmitglieder bereits vor dem Umzug in einem gemeinsamen Haushalt gelebt haben, ist lediglich ein Meldeformular für die ganze Familie notwendig. Zudem reicht es aus, wenn ein volljähriges Familienmitglied die Formulare und Ausweise aller Familienangehörigen vorlegt.

Tafel Umzug

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In einigen größeren Städten, wie beispielsweise Berlin, muss mittlerweile bei der Meldung auch ein Nachweis der Wohnberechtigung – in der Regel der Miet- beziehungsweise Kaufvertrag – für die neue Wohnung vorgelegt werden. Auf diese Weise sollen missbräuchliche Meldungen verhindert werden.

Möchte man sich lediglich ummelden, muss man in vielen Gemeinden statt des Meldeformulars nur einen vereinfachten Ummeldeschein ausfüllen. Personalausweis oder Reisepass und gegebenenfalls Nachweis der Wohnberechtigung sind jedoch weiterhin erforderlich.

Die Um- beziehungsweise Anmeldung erfolgt direkt bei Vorlage der Dokumente. Die neue Adresse wird auf dem Personalausweis oder Reisepass vermerkt, in das System der Verwaltung übernommen und von dort an alle zuständigen Behörden weitergeleitet. Es kann allerdings einige Tage dauern, bis die Änderung von allen Stellen übernommen wurde. In der Regel ist die Meldung des neuen Wohnorts kostenfrei, in einigen Gemeinden wird aber eine geringe Verwaltungsgebühr von rund zehn Euro erhoben.

Muss man die Meldung persönlich vornehmen?

Die Antwortet auf diese Frage lautet kurz und knapp: ja, in der Regel schon. Ist man während der Woche verhindert, in der die Meldung zu erfolgen hat, kann man jedoch eine andere Person bevollmächtigen, die An- oder Ummeldung vorzunehmen. Die Vollmacht kann formlos ausgestellt werden, lediglich in Hessen und Bayern ist eine beglaubigte Vollmacht erforderlich. In Bayern ist es zudem möglich, die Meldung per Post zu erledigen. Hierfür müssen nur das Meldeformular und eine Kopie des Personalausweises eingesandt werden.

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zur An- beziehungsweise Ummeldung zusammengefasst:

Frist Meldung hat innerhalb von einer Woche zu erfolgen, sonst droht ein Bußgeld
Zuständige Stellen Einwohnermeldeamt, Bürgeramt oder Gemeindeverwaltung
Benötigte Unterlagen Reisepass oder Personalausweis, Meldeformular oder Ummeldeschein, gegebenenfalls Nachweis der Wohnberechtigung
Kosten Keine, in manchen Gemeinden Verwaltungsgebühr von rund 10 Euro
Besonderheiten Meldung kann auch über Bevollmächtigten erfolgen, in Bayern auch per Post

Behördenbriefe kommen an – aber was ist mit der restlichen Post?

Zwar erhält die öffentliche Verwaltung durch die Um- beziehungsweise Anmeldung die neue Adresse, andere Stellen wie beispielsweise Versicherungen oder die Hausbank sollten jedoch einige Zeit vor dem Umzug über die neue Adresse informiert werden. Da man erfahrungsgemäß meist die eine oder andere Stelle vergisst, ist es sinnvoll, bei der Post einen Nachsendeauftrag zu beantragen. Es wird dann die neue Adresse im System der Post hinterlegt, sodass Briefe, die noch an die alte Adresse gehen, automatisch an die neue Adresse umgeleitet werden. Da dies auf den Briefen vermerkt wird, kann man dann bei Bedarf den Absender über die neue Adresse informieren. Der Nachsendeantrag gilt entweder für sechs oder für zwölf Monate und kostet zwischen 20 und 25 Euro.

Was gibt es sonst noch bei einem Umzug zu beachten?

Wie bereits erwähnt, sollten alle wichtigen Stellen wie Versicherungen, die Hausbank, Vereine, Abonnement-Anbieter oder die Rundfunkgebührenstelle über den Umzug und die neue Adresse informiert werden. Beim Festnetz- beziehungsweise Internetprovider kann im Vorfeld eine Umschreibung des Vertrags (einschließlich neuer Rufnummer) auf die neue Adresse ausgehandelt werden, außerdem kann man die Eintragung der neuen Nummer im Telefonbuch und die Löschung der alten Nummer beantragen.

Bei der Kfz-Zulassungsstelle muss ein Umzug mittlerweile nicht mehr unbedingt gemeldet werden – man kann also trotz Umzug weiterhin die alten Kennzeichen verwenden. Entscheidet man sich aber doch dazu, das Fahrzeug umzumelden, ist dies inzwischen auch bei vielen Gemeindeverwaltungen möglich – so kann man die Ummeldung des Autos gleich mit der Meldung des neuen Wohnorts kombinieren. Wird diese Möglichkeit nicht angeboten, muss die Ummeldung auf der Kfz-Zulassungsstelle erfolgen. Für die Ummeldung werden in jedem Fall Gebühren fällig, zudem entstehen Kosten für die neuen Kennzeichen.

Hier noch einmal zusammengefasst die wichtigsten Stellen, denen ein Umzug gemeldet werden sollte:

  • Versorgungsanbieter
  • Versicherungen
  • Hausbank
  • Festnetz- und Internetprovider
  • Mobilfunkanbieter
  • Vereine
  • Abonnement-Anbieter
  • Rundfunkgebührenstelle