Wohnungsfinanzierung

So vermeidet man zu hohe Kosten und Schulden

Besonders für Stuenten und junge Menschen, die ihre erste eigene Wohnung beziehen, ist eine solide Finanzplanung wichtig. Die Kosten für die eigene Wohnung können schnell das vorhandene Budget übersteigen und so finanzielle Probleme mit sich bringen. Zum einen sollte immer ein Puffer eingeplant werden, damit die Ausgaben für die Wohnung auch in Ausnahmesituationen nicht die vorhandenen Mittel übersteigen. Zum anderen müssen bei der Anmietung einer Wohnung auch stets die Nebenkosten und sonstigen zusätzlichen Ausgaben im Blick behalten werden. Die Höhe dieser Kosten wird gerade von vielen „Erstmietern“ unterschätzt.

Finanzierung der Wohnung – Nebenkosten und Co. sollten beachtet werden

Für eine solide Wohnungsfinanzierung ist die Kalkulation von Nebenkosten und anderen Ausgaben unabdingbar. Denn die sogenannte Kaltmiete bezieht sich nur auf die reinen Kosten für die Anmietung der Wohnung. Hinzu kommen Nebenkosten wie etwa für die Heizung, das Wasser oder die Müllabfuhr. Doch auch damit sind noch längst nicht alle Kosten abgedeckt. Zu den sonstigen Ausgaben bei einer Mietwohnung können zum Beispiel folgende Posten gehören:

  • Strom (in der Regel ein monatlicher Abschlag, der sich nach dem Jahresverbrauch richtet)
  • Kommunikation (ein Telefon- und Internetanschluss ist für die meisten Mieter unabdingbar)
  • GEZ-Gebühren (sofern man nicht von dieser Abgabe befreit ist)
  • Versicherungen (wie zum Beispiel die Hausratversicherung)

Die Gesamtkosten für die Finanzierung der eigenen Wohnung summieren sich demnach und fallen in aller Regel deutlich höher aus als die eigentliche Kaltmiete. Vor allem Studenten oder Auszubildende, die über ein geringes Budget verfügen, sollten bereits vor dem Einzug in ein neues Heim eine genaue Kostenaufstellung vornehmen. Sprengen die errechneten Kosten das eingeplante Budget, ist in jedem Fall von einer Unterzeichnung des Mietvertrages abzuraten.

Die Mietkaution: Probleme und Lösungen

Im Zuge der Vermietung einer Wohnung verlangt der Vermieter in den allermeisten Fällen eine Kautionszahlung von dem Mieter, um sich gegenüber Zahlungsrückständen oder unsachgemäßer Behandlung der Mietsache abzusichern. Diese Kaution beträgt oft zwei Kaltmieten oder mehr, darf jedoch nicht die Summe von drei Kaltmieten überschreiten. Das bedeutet, dass selbst für kleinere Wohnung häufig ein vierstelliger Betrag als Kautionszahlung erbracht werden muss, bevor man überhaupt einziehen kann.

Für Studenten und für Erstmieter ist eine solche Summe häufig nicht auf einmal aufzubringen. Es ist jedoch erlaubt, die Kaution in drei gleichen Raten zu bezahlen. Sollte man die Kaution gar nicht aufbringen können, ist auch der Abschluss eines sogenannten Kautionskredites möglich. Der Kautionskredit ist normalerweise kein üblicher Ratenkredit (bei einer Bank), sondern eher eine Art Bürgschaft, die man bei verschiedenen Anbietern wie etwa Versicherungen abschließen kann. Der Anbieter bürgt dann für den Mieter und übernimmt die Kosten, falls dem Vermieter nach Auszug ein Teil der Kaution zusteht. Der Mieter zahlt im Gegenzug zum Beispiel einen geringen monatlichen Betrag an den Anbieter des Kautionskredites (der Bürgschaft).

Die Kosten für einen Kautionskredit sind zumeist geringer als die entsprechenden Kosten für einen Ratenkredit oder Dispositionskredit bei der Bank. Dennoch ist ein solches Vorgehen zur Finanzierung der eigenen Wohnung nur bedingt zu empfehlen. Durch einen Kautionskredit steigt die monatliche Belastung für junge Erstmieter. Deutlich besser ist es zweifellos, sich vor dem Beginn des Mietverhältnisses ein Polster angespart zu haben, um auch zusätzliche Kosten wie die Kaution tragen zu können.

Die eigene Wohnung: solide Wirtschaften als oberstes Gebot

Wer mehr ausgibt, als er einnimmt, macht langfristig Schulden. Diese Tatsache dürfte jedem klar sein. Dennoch geraten auch junge Menschen häufig in einen Schuldensumpf, da sie ihre laufenden Kosten nicht mehr decken können. Im schlimmsten Fall fehlt sogar das Geld für die Miete oder andere essentielle Dinge wie zum Beispiel Strom oder Lebensmittel. Dieses muss dann an anderer Stelle beschafft werden, wodurch nicht selten Zinsen anfallen – ein komplizierter Kreislauf beginnt.

Um nicht in diese Spirale zu geraten, sollten junge Mieter eine Liste aller dauerhaften Einnahmen und Ausgaben erstellen. Dabei ist es ratsam, konservativ zu rechnen, um zwischenzeitliche Einnahmeausfälle oder höhere Ausgaben kompensieren zu können. Auch die sonstigen Lebenshaltungskosten wie zum Beispiel Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung oder Freizeit müssen in die Planung miteinfließen. Die Finanzierung der eigenen Wohnung inklusive aller Neben- und weiterer Kosten sollte dabei stets gesichert sein.

Um die Wohnungsfinanzierung solide zu gestalten, muss sich jeder Mieter im Vorfeld zudem die Frage stellen, welche Wohnung (etwa in den Punkten Größe, Lage und Ausstattung) zu seinem dauerhaften Einkommen passt und sich dabei nicht nur von Wünschen und Träumen blenden lassen. Mit einer realistischen Finanzplanung im Rücken kann sich aber auch der eine oder andere Student gewissen Luxus leisten.